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Verpächter-Fest in Wollin

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Puppenspieler, leuchtende Kinderaugen, Kaffee & Kuchen, Bratwurst & Bier, aber vor allem: gute Gespräche. All das gab es reichlich auf unserem ersten Verpächter-Fest in Wollin. Am Samstag, den 30. Mai bei schönstem Sonnenschein auf dem Betriebsgelände in Wollin. Für einige war es ein erstes persönliches Kennenlernen, das wichtig für das gegenseitige Vertrauen ist. Dabei stellte die neue Geschäftsführung der AGRAR-UNION vor, wie die Landwirtschaft ab sofort auf Bioland- und Gäa-Kriterien umgestellt wird. Schließlich wollen auch die Verpächter, deren Flächen mit bewirtschaftet werden, wissen, was mit den Äckern und Wiesen passiert.

Den nachhaltigen Kreislauf-Ansatz legten Helge Klamke und Christian Pannwitz dar. Die rund 200 Gäste hörten aufmerksam zu und stellten anschließend detaillierte Fragen. Viele wollten genau verstehen, welche Folgen die Umstellung auf Ökolandbau hat, wie die Flächen aussehen werden und welche Auswirkungen diese Bewirtschaftung langfristig auf die Bodenfruchtbarkeit hat. Denn Pachtverträge werden im Schnitt über 10 Jahre geschlossen.

Unser herzlicher Dank gilt allen Gästen sowie den freiwilligen Feuerwehren Wollin und Golzow, dem Puppenspieler Marko Krause, dem Caterer-Team Sell und allen Kolleginnen und Kolleginnen, die das Fest mit ihrem Einsatz möglich gemacht haben. Wir freuen uns auf nächstes Jahr!

Juni 2026

Das geht auf eine Kuhhaut

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Ja, wir haben viele Kühe, mehr als die meisten deutschen Bio-Betriebe. Und zugleich pflegen wir individuelle Beziehungen zu unseren Tieren. Dürfen wir vorstellen: Möhre.

Möhre ist eine großrahmige, robuste Friesin, ein milchbetonter Typ mit guten Klauen. Mit knapp 9 Jahren ist sie eine der ältesten Kühe in unserem Stall. Und mit 7 Kälbern in 8 Jahren eine erfahrene Mutterkuh. Auch ihre Milchleistung ist überzeugend: gut 40 Liter pro Tag, mit einem Fettgehalt von 3,6 g/l und einem Eiweißanteil von 3,1 g/l. Das sind sehr gute Werte für eine professionelle Milchkuh.

In konventionellen Ställen lebt eine Kuh durchschnittlich 5-6 Jahre, bekommt in dieser Zeit etwa 4-5 Kälber. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Kühe lange gesund sind und sich in ihrer Umgebung wohl fühlen. Wir vermeiden Stress, reichen gutes Futter, betten unsere Kühe auf dickes Stroh. Sie können sich im großzügigen Boxenlaufstall frei bewegen und auf die Weide gehen, wann immer es ihnen beliebt.

Für hochtragende Kühe haben wir einen speziellen Bereich eingerichtet, wo sie sich in Ruhe auf die Geburt ihrer Kälber vorbereiten können. Auch nach der Kalbung verbringen die Mutterkühe hier mehrere Tage mit ihren Kälbern – deutlich länger als in der konventionellen Haltung. Danach gliedern sie sich wieder in die Herde ein und werden gemolken.

Unser Herdenmanagement verbessert die Gesundheit der Kühe und steigert zugleich ihre Milchleistung. Das ist gut für das Tierwohl und die Wirtschaftlichkeit unseres Bio-Betriebs. Möhre dankt uns diese „menschliche“ Behandlung täglich mit einem vertraulichen Nasenstüber. Und das macht auch uns Menschen bei der Arbeit „tierisch“ glücklich. 

Mai 2026

Wollin & Golzow: nachbarschaftlich & nachhaltig

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Wenn im März die Felder rund um Wollin bestellt werden, vollzieht sich hier ein Umbruch: Die Lupinen, Sonnenblumen und der Mais auf den Ackerflächen der Agrar-Union Wollin e.G. werden seit Herbst 2025 nach biologischen Kriterien bewirtschaftet. Das ist eine der Änderungen, die aus dem Verkauf der Genossenschaft Wollin folgt.

Die ausgeschiedenen Genossen in Wollin haben diese Änderungen für richtig empfunden und ihren Betrieb in neue Hände gelegt. Die fortan zuständige Geschäftsführung ist mit Helge Klamke und Christian Pannwitz zugleich auch für die Agar Planetal Golzow GmbH verantwortlich. Wir von der Agar Planetal Golzow unterstützen unsere neuen Kolleginnen und Kollegen mit den Erfahrungen, die wir seit 2021 mit der Umstellung auf Biolandwirtschaft nach den GÄA- und Bioland-Richtlinien gewonnen haben.

Die Ausrichtung auf Biolandwirtschaft hat schon im vergangenen Herbst dazu geführt, dass die meisten Rinder aus Wollin verkauft wurden. Der bestehende Stall wird künftig „nur noch“ für die Unterbringung tragender Kühe genutzt. Die Weideflächen rund um den Stall sind zu klein, um dort Auslauf nach Bio-Standards für eine größere Zahl von Rindern zu bieten. Ohne Milchkühe fallen auch die Aufgaben rund ums Melken weg. Da viele der ehemaligen Mitarbeiter aktuell in Rente gehen – oder bereits gegangen sind – vollzieht sich dieser Umbruch parallel mit dem altersbedingten Generationenwandel. Tatsächlich suchen wir für den Betrieb in Wollin tatkräftige neue Mitarbeiter für den Ackerbau. Wer sich hier angesprochen fühlt, kann sich gern bei uns melden.

Aktuell führen wir Gespräche mit den Verpächtern der Flächen, die wir bewirtschaften. Insgesamt gehören rund 1.550 Hektar Acker und rund 730 Hektar Grünland zu dem Betrieb. Diese sind in Umstellung auf biologische Kreislaufwirtschaft bis 2028, um so die lokalen Lebensgrundlagen zu erhalten, Wertschöpfung in der Region zu sichern und auch Jobs mit stabilen Einkommen zu schaffen. Wir freuen uns auf die gute Nachbarschaft!

 

März 2026

Alte Brennerei – Anerkennung für denkmalgerechte Modernisierung

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Die Alte Brennerei an der Belziger Straße in Golzow wurde für den Brandenburgischen Baukulturpreis nominiert. Zwar wurde dieser Preis Anfang Dezember 2025 an das Projekt „Eisenbahnüberführung über die Oder bei Küstrin“ vergeben. Wir gratulieren herzlich – und freuen uns zugleich über „unsere“ Nominierung.

Die Alte Brennerei gehörte zum ehemaligen Gutshof der Familie von Rochow. Sie wurde um 1855 gebaut, ab den 1960er Jahren – als hier kein Schnaps mehr gebrannt wurde – unter anderem von den Frauen der ansässigen LPG genutzt, um Kartoffeln für die Schülerspeisung zu schälen. 2019 haben wir das Gebäude erworben, um es zu sanieren und für unseren Betrieb nutzen zu können.

In den Jahren 2022/23 wurde das rote Backsteingebäude mit seinem markanten Schornstein nach Planungen des Berliner Architekturbüros Bernrieder, Sieweke Lagemann denkmalgerecht modernisiert. Äußerlich hat das Gebäude seine Gestalt kaum verändert, die sichtbaren Modernisierungen sind im Inneren konzentriert. Hier wurde besonderer Wert darauf gelegt, den industriellen Charakter zu erhalten. Dafür wurden vorhandene Baustoffe wiederverwendet und alte Handwerkstechniken eingesetzt.

Im der Straße zugewandten Gebäudeteil entstand dabei ein multifunktionaler Veranstaltungsraum, in dem wir kürzlich unsere Weihnachtsfeier begangen haben. Auch der Gewölbekeller kann für Zusammenkünfte genutzt werden. In den oberen Geschossen entstanden Wohnungen, die von Auszubildenden genutzt werden können, die in unserem landwirtschaftlichen Betrieb lernen und arbeiten. Wie die Auswahlkommission für den Baukulturpreis es formuliert, leisten wir mit dieser Sanierung und Modernisierung „einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Bau- und Lebenskultur im ländlichen Raum Brandenburgs.“ Danke – das freut auch uns.

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Der Gewölbekeller behielt seinen ursprünglichen Charakter. 

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Im straßenseitigen Gebäudeteil ist ein Multifunktionsraum entstanden. 

FOTOS: Stefan Müller 
Stand: 17. Dez. 2025

Rehe retten – Teamwork vor Mähwerk

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Frühmorgens um 3 Uhr ist es auch im Mai noch ziemlich frisch und dunkel. Dennoch traf sich zehn Tage lang zu dieser frühen Stunde eine Gruppe von Menschen in Golzow, um Rehkitze aufzustöbern und einzufangen. Mit einer Drohne überflogen sie Wiesen und Felder, um per Wärmebildkamera Rehkitze zu entdecken und einzufangen – bevor Traktoren zu Mäharbeiten auf diese Flächen rollten. Da diese Jungtiere nicht fliehen, sondern sich ducken, wenn ihnen Gefahr droht, ist diese Suche überlebenswichtig.

Hat die Kamera ein Kitz ausfindig gemacht, rücken lokale Jäger und Landwirte aus, um das Tier einzufangen und damit zu retten. Das Reh wird am Feldrand in einer speziellen Box auf Gras gelegt; damit ihm kein menschlicher Geruch anhaftet, wird es nur mit Handschuhen und Gras berührt. Nach den Mäharbeiten wird es genau an der Stelle, wo die Retter es gefunden haben, wieder abgelegt, damit das Muttertier es leicht finden kann.

„Das ist jetzt das dritte Jahr, in dem wir zusammen mit dem Verein ‚Rehkitz Rettung Brandenburg e.V.‘ vor den Mäharbeiten diesen Einsatz fahren“, sagt Mark Linke, Bereichsleiter für die Pflanzenproduktion. „Auch diesmal haben sich wieder Nachbarn aus Golzow dabei engagiert, Jäger und andere Freiwillige.“ In diesem Frühjahr wurden nur zwei Kitze aufgestöbert. offenbar ist die Setzzeit leicht verzögert, denn im Vorjahr waren es 18 Jungtiere. Der Rettungsaufwand bleibt der gleiche.

Um sich bei den freiwilligen Helfern zu bedanken, versorgte das Team um Mark Linke sie zu früher Stunde mit heißem Kaffee und Tee. Danach wurden täglich im Schnitt 100 bis 150 Hektar Gras und Luzerne gemäht, die als Silage an die Milchkühe direkt hier in Golzow verfüttert werden. Und Kühe sind ja bekanntlich Vegetarier.

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Um Rehkitze zu retten, werden sie frühmorgens per Wärmebildkamera gesucht, bevor die Mäharbeiten losgehen.

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Die Rehkitze werden nur mit Handschuhen berührt und in speziellen Kisten auf Gras gelagert, damit sie ohne menschlichen Geruch von ihren Müttern wieder angenommen werden.

 

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Per Drohne schickt ein Mitarbeiter des Vereins Rehkitz Rettung Brandenburg e.V. eine Wärmebildkamera über die Flächen, um versteckte Kitze zu finden.

 

Juni 2025

  1. Kälberfrau Grete
  2. Bremstraining für Sicherheit
  3. Smarte Technik für Kuhgesundheit
  4. Schwarzbunte Frühlingsgefühle

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